Welche Tarifleistungen brauche ich wirklich in meiner privaten studentischen PKV und was kostet mich das?
Ihr solltet Euch hier die Frage stellen, was notwendig ist und Sinn macht und nicht was man alles für Tarifleistungen brauchen könnte, denn „brauchen“ könnte man sicher irgendwann mal eine bestimmte Tarifleistung.
Private studentische Krankenversicherungen werden in jüngeren Jahren auf (manchmal kurze) Zeit abgeschlossen, deshalb ist es ratsam zu überlegen, wie wahrscheinlich die Inanspruchnahme bestimmter Tarifleistungen ist.
Teure Parameter in den privaten Krankenvollversicherungen sind z.B. die stationären Tarifleistungen „Zimmer“ (ein Zwei- oder sogar Einbettzimmer ist erheblich teurer als ein Mehrbettzimmer), ambulante Tarifleistungen „Heilpraktiker“ und sehr gute Zahnersatzleistungen im Zahnbereich.
Betrachten wir die Situation einer Studentin oder eines Studenten, 25 Jahre alt, noch geschätzte 1,5 Jahre zum Studienende, gesund und ein „normales“ Arztbesuchsverhalten. Damit sind in der Regel Vorsorgeuntersuchungen im Zahnbereich und bei den Frauen noch der Gynäkologe gemeint.
Wie wahrscheinlich ist es nun, dass genau diese Kundengruppe in der verbleibenden Studienzeit zum Heilpraktiker geht oder gesundheitlich bedingten Zahnersatz braucht? (Ja ich weiß, theoretisch ist das möglich, aber danach frage ich ja auch nicht, sondern wie die Wahrscheinlichkeit danach aussieht.)
Gehen wir also davon aus, dass dies eher unwahrscheinlich ist. Deshalb sollten in diesem Beispiel die oben genannten Tarifleistungen auch nicht überbewertet werden und unbedingt in dem Leistungsangebot enthalten sein. Ein „Basisschutz“ – möglicherweise mit abgeschwächten Leistungen – sollte hier völlig ausreichen, denn das spart Euch eine Menge Geld und das Leistungsspektrum meines Basistarifs ist relativ zu Eurer verbleibenden Studienzeit normalerweise ausreichend.
Kleine Anmerkung: Für jemanden, der von vorneherein schon bestimmte Leistungen in Anspruch genommen hat, und das auch gerne beibehalten möchte, oder wer gesundheitlich vorbelastet ist und gewisse Tarifleistungen braucht, ergibt sich selbstverständlich eine andere Vorgehensweise.
Mit oder ohne Selbstbehalt (Eigenbeteiligung)?
Von dieser Frage ist Euer Monatsbeitrag erheblich abhängig. Private studentische Krankenversicherungstarife mit Selbstbehalt sind erheblich angenehmer bei der monatlichen Beitragszahlung, als Tarife ohne Selbstbehalt.
Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist auch immer eine Gefühlsfrage. Viele stört der Selbstbehalt, „weil ich ja da nochmal zum meinem Monatsbeitrag etwas zuzahlen muss“. Wie sieht das aber tatsächlich aus?
Bleiben wir bei dem oben genannten Beispiel unseres gesunden Kunden mit 25 Jahren, der einen Versicherungstarif ohne Selbstbehalt vorzieht. Ein Tarif ohne Selbstbehalt kostet ihn von vorneherein mindestens 20 und 30 Euro monatlich mehr als ein Tarif mit Selbstbehalt. Da er selten zum Arzt geht, zahlt er also bei einem Tarif ohne Selbstbehalt mindestens zwischen 240 und 360 Euro im Jahr mehr.
Würde er stattdessen einen Tarif mit Selbstbehalt wählen, hätte er zumindest die Option im Jahr weniger zu zahlen als bei einem Tarif ohne Selbstbehalt, wenn er beispielsweise nur zum Zahnarzt geht und seine jährliche Vorsorgeuntersuchung macht und sonst nicht zum Arzt muss. (Lassen wir ihn hier eine professionelle Zahnbehandlung machen kostet diese zwischen 50 und 100 Euro, je nach Zahnarzt).
Ihr seht somit, dass Euch diese Überlegungen beim Abschluss eines privaten Krankenversicherungsvertrages jede Menge Geld sparen kann.
Andere Meinungen hierzu sind gerne willkommen, lasst sie uns wissen und nutzt unsere Kommentare!