Auf was muss ich bei der Beratung besonders achten bzw. wo ist der Haken?
Nachdem der Weg zu einer privaten studentischen Krankenversicherung über einen unabhängigen Makler führen sollte, steht nun die Interaktion mit diesem an.
Ihr befasst Euch möglicherweise zum ersten Mal selbst mit einem Versicherungsthema, also gilt hier das Motto: Fragt alles das, was Ihr wissen wollt, ohne Hemmungen, und wenn Euch die Frage noch so banal vorkommt, raus damit! Ein guter Makler weiß damit umzugehen und nimmt sich die Zeit für Euch.
Wenn Ihr das Gefühl habt, dass sich der Makler um Euer Anliegen kümmert, Euch zeitnah die gewünschten Unterlagen, die möglicherweise über die Tarifleistungen hinaus gehen, zur Verfügung stellt, Fragen beantwortet und Euch im Entscheidungsfindungsprozess Zeit lässt, stehen die Chancen gut, dass Ihr einen seriös arbeitenden Makler gefunden habt.
Selbstverständlich kann ein Makler auch nicht alles wissen, und das sollte diesem auch keineswegs zum Nachteil ausgelegt werden, denn es gibt über 40 Versicherungsgesellschaften mit hunderten Tarifen, so dass er auf Anhieb nicht alles wissen kann. Aber er hat Euch gegenüber einen entscheidenden Vorteil: Er weiß, wen er anrufen kann die Frage zu klären. Ist er in der Lage, sein Unwissen in dem Moment auch zu kommunizieren, spricht das definitiv für ihn.
Stutzig solltet Ihr dann werden, wenn Ihr offensichtlich merkt, dass Euch jemand in eine bestimmte Ecke, sprich zu einem bestimmten Tarif einer bestimmten Gesellschaft, drängen will.
Das hat in der Regel immer einen finanziellen Hintergrund. Versicherungsgesellschaften zahlen bei Krankenversicherungen Provisionen anhand des zu zahlenden Monatsbeitrages, und nicht alle Versicherungsgesellschaften zahlen gleich, es gibt da erhebliche Unterschiede. Lasst Euch im Zweifel nachweisen, wie viel der Makler an dem jeweiligen Vertrag verdient.
Natürlich möchte ich auch erwähnen, dass ein bestimmter Tarif für Eure aktuelle Situation tatsächlich der bessere sein kann, auch wenn er etwas teurer ist. Es soll ja tatsächlich Makler geben, die hier uneigennützig arbeiten.
Vorsicht, Falle!
Versicherungsverträge sind nicht verhandelbar, da nicht der Makler den Preis macht, sondern die jeweilige Versicherungsgesellschaft. Wenn Ihr also beispielsweise Angebote von zwei Maklern habt, und einer erzählt Euch, dass derselbe Vertrag bei ihm aber günstiger ist, dann ist das gelogen.
Die Erklärung dafür ist, das die Monatsbeiträge in der PKV nach dem jeweiligen Alter (und Gesundheitszustand) mit marktüblichen Vergleichsprogrammen erstellt werden, so dass für einen 25-jährigen logischerweise keine 2 verschiedenen Monatsbeiträge herauskommen können.
Falls doch, dann kann es sein, dass Euer Beitrag mit einem geringeren Eintrittsalter berechnet wurde. Das würde aber spätestens bei der Versicherung in der Risikoprüfung bemerkt werden.
Ebenso werden Studenten gerne mit der Anzahl der rückerstattungsfähigen Monatsbeiträge (sog. Beitragsrückerstattung) gelockt, wenn beispielsweise ein Jahr lang keine Rechnungen eingereicht wurden. Es kann sein, dass Euch „3 Monatsbeiträge” gesagt werden, aber tatsächlich nur 70% der 3 Monatsbeiträge erstattungsfähig sind.
Jede Tarifleistung könnt Ihr im Detail in den Versicherungsbedingungen nachlesen bzw. sagt Euch ein seriöser Makler im Vorfeld, am besten ohne dass Ihr vorher nachfragen müsst.
Habt Ihr mit solchen Vorkommnissen schon Erfahrungen gemacht? Falls ja, dann nutzt doch einfach die Kommentare, um darüber zu berichten.