Posts Tagged “Gesetzliche Krankenkasse”
Der Gesundheitsfonds ist inzwischen fast sieben Monate alt und das Fusionsfieber unter den Krankenkassen grasiert weiter. Laut Berliner Zeitung will die deutsche Marktführerin Barmer Ersatzkasse mit der Gmünder Ersatzkasse (GEK) zusammengehen. Den Rest des Eintrages lesen »
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Am Wochenende machte das Handelsblatt mal wieder mit einer Prognose zum Gesundheitsfonds auf sich aufmerksam. Die Zeitung schreibt unter Berufung auf ein Interview mit dem Chef der noch jungen Krankenkasse KKH-Allianz, Ingo Kaluweit, dass in Folge der Wirtschaftskrise in den nächsten beiden Jahren Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe auf den Gesundheitsfonds zukommen würden. Den Rest des Eintrages lesen »
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Der Jahreswechsel bringt nun also auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung drastische Veränderungen: Der Gesundheitsfonds naht! Dass es dadurch für viele gesetzlich Versicherte teurer wird, sollte mittlerweile schon überall angekommen sein. Was genau der Gesundheitsfonds aber für Auswirkungen haben wird, ist nach wie vor offen.
Sicher ist, dass die Zahl der Krankenkassen drastisch sinken wird. Nach Aussagen von Marion Caspers-Merk, Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, werden die derzeit rund 200 Kassen den Gesundheitsfonds nicht überleben. In der Berliner Zeitung wird sie mit den Worten zitiert:
Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Krankenkassen durch den Gesundheitsfonds sinken wird. Wir wollen sicher keine Einheitskasse. Aber wir wollen Strukturen, bei denen es ein vernünftiges Verhältnis zwischen Verwaltungsaufwand und Leistungen für die Versicherten gibt. Auf lange Sicht wären auch 50 bis 80 Kassen in Ordnung.
Bei der Beitragsfrage herrscht derzeit Zurückhaltung vor. Die Berliner Zeitung zitiert hier Caspers-Merk mit den Worten:
Aus Sicht der Kassen kann ich verstehen, dass sie eher höhere als niedrigere Ausgaben angesetzt haben. Die Zuweisungen aus dem Fonds sind aber so kalkuliert, dass die voraussichtlichen Ausgaben zu 100 Prozent gedeckt sind.
Dem kann auch ihre Chefin, Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, nur zustimmen:
Das ist genügend Geld, um im nächsten Jahr eine gute Versorgung der Versicherten zu organisieren.
Auch die Frage nach den Zusatzbeiträgen wird derzeit durch Caspers-Merk eher zurückhaltend beantwortet:
Bisher hat noch keine Kasse angekündigt, dass sie Zusatzbeiträge erhebt. Einige Kassen haben aber die Auszahlung von Prämien angekündigt. Die großen Versorgerkassen werden durch den Gesundheitsfonds besser ausgestattet. Sicherlich werden kleinere Kassen, etwa die, die bisher Rosinenpickerei unter den Versicherten betrieben haben, stärker über Fusionen nachdenken. Das ist auch so gewollt.
Es bleibt auf jeden Fall spannend. Wie wir schon geschrieben haben, gilt es vor einem Wechsel erst einmal die ersten Startschwierigkeiten des Fonds abzuwarten und dann zu Krankenkassen, die auf Beitragserhöhung verzichten bzw. sogar Beiträge erstatten zu wechseln. Allerdings ist dabei fraglich ob es die günstigen Krankenkassen wirklich noch so lange geben wird. Denn wie oben geschrieben, wird sich die Zahl der Krankenkassen drastisch verringern. Damit werden mehr und mehr Großkassen entstehen und kleinere, schlagkräftigere Einheiten werden gefressen werden. Allerdings muss man bei der jetztigen Gesundheitsreform auch sehen, dass abhängig vom Ausgang der Bundestagswahl im September schon 2010 die nächste drastische Veränderung drohen könnte. Sei es das von der Union favorisierte Kopfpauschalenmodell (jeder Versicherte zahlt den gleichen Beitrag) oder das von der SPD angestrebte Bürgerversicherungsmodell. Daneben steht auch die Frage nach der Kostenfreien Mitversicherungen von Ehepartnern und Kindern vor der Entscheidung! Auch hier steht uns ein spannendes Jahr bevor.
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Nachdem in der vergangenen Woche die Techniker Krankenkasse und IKK-Direkt ein Zusammengehen beschlossen haben, dreht sich das Fusionskarussell weiter.
Die nahende Gesundheitsreform mit samt Gesundheitsfonds wirft ihre Schatten voraus. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung stehen nun die KKH und die Betriebskrankenkasse (BKK) der Allianz vor einem Zusammenschluss.
Dem Bericht zufolge wollen die einstige Kaufmännische Krankenkasse Hannover (KKH) sowie die BKK Allianz zur KKH Allianz fusionieren. Derzeit ist die KKH noch mit rund zwei Millionen Versicherten die Nummer Vier unter den deutschen Krankenkassen. Bei der BKK Allianz sind derzeit rund 100.000 Versicherte zu verzeichnen. Bei der Rangfolge der Krankenkassen wird sich also durch diese Fusion nichts ändern. Bei der neuen Kasse aus Techniker Krankenkasse und IKK-Direkt wird dagegen ein neuer Marktführer geschmiedet.
Wie ich schon einige Male geschrieben habe, werden die Krankenkassen durch die Gesundheitsreform unter großen Konzentrationsdruck gesetzt. Die kleinen, billigen Kassen müssen sich starke Partner suchen, da sie sonst gänzlich vom Markt verschwinden werden. Allerdings verschwindet durch die kleinen, aggressiven Wettbewerber auch der einzige Anreiz Kosten zu sparen und dadurch die Beiträge effizient einzusetzen.
Wie hoch letztlich der Einheitsbeitragssatz zum Gesundheitsfonds sein wird, ist nach wie vor unklar. Es kursieren derzeit Zahlen von knapp 15 Prozent über rund 15,5 Prozent bis deutlich über 16 Prozent. Damit ist klar, dass die Versicherten weder von der Gesundheitsreform noch von den neuen Großkassen profitieren werden. Das Fusionskarussell wird sich in den nächste Wochen weiter drehen. Es werden am Ende einige große Kassen übrig bleiben und den gesetzlichen Versicherungsmarkt in Form eines Oligopols aufteilen. Ob damit die Gesundheit der Versicherten wirklich voran kommt? Ich wage es zu bezweifeln.
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Die Gesundheitsreform mit samt Gesundheitsfonds wirft seine Schatten voraus. Nach einem Bericht von Welt Online wollen die Techniker Krankenkasse und IKK-Direkt zusammengehen und zu einem neuen Riesen unter den Krankenkassen aufsteigen.
Bei der dann größten gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland wären mehr als 7 Millionen Menschen versichert. Die neue Kasse würde damit sogar die bisherige Nummer 1 am Markt, die Barmer Ersatzkasse, vom Thron stoßen. Auslöser für die Fusion ist der Welt zufolge der nahende Gesundheitsfonds. Denn die bisher günstigste Krankenkasse müsste nach Einführung des Einheitsbeitragssatzes mit einem Mitgliederschwund rechnen, denn die Preisführerschaft hätte sich unter diesen Bedingungen nicht mehr halten lassen können.
In diesem Zusammenhang finde ich auch interessant, was es mittlerweile zur Höhe des Einheitsbeitragssatzes heißt: “Nach Einführung des Gesundheitsfonds wird Schätzungen zufolge ein Beitragssatz von rund 15,5 Prozent erwartet, Experten gehen aber davon aus, dass er auch bei bis zu 16 Prozent liegen könnte,” so die Welt. Damit scheinen auch bisherige Berichte, wonach ein Satz von 15,8 Prozent völlig unrealistisch sei, ad absurdum geführt. Was bis zur Einführung des Gesundheitsreform noch alles ansteht, haben wir hier zusammengestellt.
Ob die Versicherten etwas von der neuen Großkasse haben werden? Wohl eher nicht. Zudem dürfte nun allen klar sein, dass der Gesundheitsfonds aller Wahrscheinlichkeit nach weitere Fusionen auslösen wird, womit der Weg in die Einheitskasse geebnet sein dürfte. Kleine und derzeit billige Kassen werden so vom Markt verschwinden und damit auch der einzige Anreiz für die großen Anbieter mit dem Geld der Beitragszahler effizient umzugehen. Wozu das führen kann hatte ich ja bspw. hier geschrieben.
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Gestern wurde nun also der Honorarstreit bei den Kassenärzten beigelegt. Das stand in vielen Medien. Aber worum ging es überhaupt und was hat es für Auswirkungen für die Versicherten und potentiellen Patienten?
Dazu aus der Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV:
Das erzielte Verhandlungsergebnis sieht vor, dass die Krankenkassen für die ambulante Versorgung bundesweit zusätzlich mindestens 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als zehn Prozent.
Neben dem Mehr an Geld, wird auch die Art der Vergütung hin zu einem leistungsgerechten System eingeführt. Die neue morbiditätsbedingte – also am tatsächlichen Krankheitszustand der Versicherten orientierte – Gesamtvergütung wird dabei als gerechter und transparenter angesehen.
Wird dadurch jetzt alles besser? Nein nicht unbedingt, aber zumindest teurer… SPON schreibt, dass man mit einem Anstieg der Krankenkassenbeiträge um 0,25 Prozentpunkte zu rechnen habe. Dass uns die Gesundheit immer teurer kommt, habe ich ja in schöner Regelmäßigkeit geschrieben. Etwa hier oder hier oder hier. Die 0,25 Prozentpunkte kommen übrigens noch zu den höheren Beiträgen durch den Gesundheitsfonds dazu.
KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Köhler feierte die Einigung übrigens mit den Worten: “Das ist die höchste Steigerung der Gesamtvergütung seit Bestehen der ärztlichen Selbstverwaltung.” Dabei war Köhler wohl besonders über das Übernehmen der Kernforderungen zufrieden: „Die Trennung der Honoraranteile für Haus- und Fachärzte kann beibehalten werden. Zugleich werden die Ärzte und Psychotherapeuten in den alten Bundesländern keine Honorarverluste erleiden. Für die neuen Bundesländer ergibt sich eine Angleichung der gezahlten Vergütung je Versicherten auf durchschnittlich 94 Prozent des Westniveaus. Dies ist ein erster richtiger Schritt, kann aber nicht der letzte sein.“
Interessant ist übrigens die Tatsache, dass die Krankenkassen gegen die Honorarerhöhung gestimmt haben. So schreibt zumindest der GKV-Spitzenverband auf seiner Website. “Weil in dem entscheidenden Beschlussgremium mit einfacher Mehrheit entschieden werden kann, konnten die Kassen diese neuen Belastungen der Beitragszahler nicht verhindern”, so Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes und Verhandlungsführer der Krankenkassen.
Wie teuer es die Versicherten am Ende kommen wird, wissen wir in wenigen Monaten, dann nämlich startet der Gesundsfonds. Wenn er nicht doch noch gestoppt wird.
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Beim Gang durch die Stadt fiel mir am Wochenende ein Riesenplakat eines Sport- und Fitness-Studios auf. Dort wird mit einer Mitgliedschaft geworben, die komplett von der Krankenkasse (=also der Gesetzlichen Krankenversicherung) bezahlt wird. Das wollte ich so nicht glauben…
Bei meiner Recherche heute stellte ich dann fest, dass es das Ganze wirklich gibt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Mitgliedschaft im Fitness-Studio, die von den meisten eh nur in den ersten Wochen und Monaten wirklich ausgenutzt wird, zahlt komplett die Gemeinschaft der gesetzlich Versicherten? Ohne Arztbesuch oder sonstige fachliche Begleitung? Da wird ständig über Kostenexplosion im Gesundheitswesen debattiert und für sowas ist Geld da???
Gut, man kann anführen, dass der regelmäßige Besuch eines solchen Studios sicher der Gesundheit förderlich ist, aber das ist gesunde Ernährung und das Glas Rotwein abends angeblich auch – krieg ich das jetzt auch bezahlt? Ich kann mir schon lebhaft die Kalkulationen der Studiobetreiber (v.a. Ketten) vorstellen, die von vornherein eine hohe Abbrecherquote einrechnen.
Wenn in Wirklichkeit vielleicht ein Viertel (ich rechne da glaube ich sehr optimistisch), der über die Krankenkasse angemeldeten Mitglieder, dauerhaft im Studio bleiben, kassiert der Betreiber einen dicken Batzen Geld fürs nichtstun. Das ist mir normalerweise egal, denn jeder kann selbst entscheiden, ob er oder sie für ein Studio Geld ausgibt.
Aber dann ist es das eigene Geld. Hier ist es aber das Geld der Versichertengemeinschaft.
Aber da bezahlt man ja sowieso immer zu viel und man muss sich halt die Leistungen nehmen, die man kriegen kann. Das ist aber das eigentliche Problem dieses Systems.
Keiner der Versicherten weiß, was eine Leistung kostet – also nimmt man was man kriegt. Behandlungen werden nicht hinterfragt, genauso wenig wie der erwähnte Sportstudiobesuch. Das ist ja eh alles bezahlt – so glaubt man und bekommt es auch von der Politik gesagt.
Tatsächlich steigen durch dieses Verhalten die Ausgaben Jahr für Jahr mit an, von den Problemen durch das Älterwerden, die kostenlose Familienversicherung usw. mal ganz abgesehen.
Jetzt werden viele sagen, die Praxisgebühr und die Medikamtenzuzahlung bringt doch das Geld als Währung ins System – aber in welchem Umfang. Ob die Röntgenaufnahme eben wirklich notwendig war, oder ob jene Maßnahme wirklich hätte sein müssen, diese Frage wird sich keiner stellen, solange man nicht weiß, was es kostet und die Ärzte sind oftmals sowieso die Deppen im System.
Ihr Unternehmen Arztpraxis (das mag für viele befremdlich klingen – ist aber leider wirklich so) muss sehen, wie es an das Geld für Gehälter, Geräte, Materialien, Praxisräume usw. kommt. Also wird eben alles versucht, um die erbrachten Leistungen von den Kassen auch adäquat bezahlt zu bekommen.
Damit ist jetzt nicht betrügerische Falschabrechnung gemeint, sondern die alltäglich vollzogene und ganz legale Abrechnung von wenig nützlichen, aber auch nicht schädlichen Leistungen – der tägliche Abrechnungswahnsinn eben. Solche Dinge wie das ausführliche Gespräch mit dem Arzt werden ja nicht entsprechend seiner Bedeutung bezahlt. Das ist das alptraumhafte in diesem System…und ab 2009 packen wir noch den Gesundheitsfonds drauf….noch mehr Geld, was es zu verteilen gibt…vielleicht kommt ja bis dahin der ein oder andere Winzer auf den Gedanken, seinen Rotwein als gesundheitsförderlich auf Rezept anzubieten.
Edit: Manches klingt jetzt vielleicht sehr krass und böse, aber übertrieben hab’ ich wohl nicht…
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