Die betriebliche Altersvorsorge wird als Instrument der Ruhestandsabsicherung bislang immer noch unterschätzt. Arbeitnehmer setzen eher auf Riester-Verträge oder die klassische private Rentenpolice als Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Wer erwägt, eine betriebliche Altersvorsorge in Anspruch zu nehmen, sollte das am besten noch im Jahr 2011 tun – denn ab 2012 wird die Bundesregierung die Altersgrenze anheben.

Neuregelung für die betriebliche Altersvorsorge

Es lohnt sich durchaus, auf die betriebliche Altersvorsorge zu setzen, denn Riester-Verträge stehen seit einiger Zeit in der Diskussion: Die Renditen könnten unter Umständen weit weniger üppig ausfallen als erhofft, wie Wissenschaftler des DIW (Deutsches Institut Wirtschaftsforschung) in einer Herbststudie des Jahres 2011 belegten. Die Studie stößt zwar auf Kritik seitens des PKV-Verbandes, dennoch fragt sich, ob Arbeitnehmer nicht auch andere Alternativen ins Auge fassen sollten, darunter die betriebliche Altersvorsorge.

Hier hat nun die Bundesregierung die Altersgrenze angehoben, gleichzeitig mit Regelungen bei anderen Formen der privaten Altersvorsorge. Ab dem 01.01.2012 wird der vorteilsunschädliche Leistungsbezug erst mit vollendetem 62. Lebensjahr möglich. Damit wurde die Altersgrenze um zwei Jahre angehoben, ab der das Kapital ohne Abschläge genutzt werden kann. Daher wäre es für Arbeitnehmer sehr sinnvoll, die betriebliche Altersvorsorge noch im Jahr 2011 abzuschließen.

Mangelndes Wissen um betriebliche Altersvorsorge

Auch mit einer höheren Altersgrenze bleibt die betriebliche Altersvorsorge ein nützliches Vorsorgeinstrument für Arbeitnehmer, sie kennen sie jedoch offenbar zu wenig. Ihr Potenzial wird unterschätzt, vielleicht wird sie auch zu wenig kommuniziert. Höchstens ein Drittel aller Arbeitnehmer nutzt die Policen, die immerhin ebenso staatliche Förderung über die Arbeitnehmersparzulage genießen wie andere Vorsorgeformen. Unternehmen würden die betriebliche Altersvorsorge gern zur Bindung ihrer Beschäftigten einsetzen, können aber gerade jüngere Mitarbeiter nur schwer davon überzeugen.

Gerade die Berufseinsteiger wissen offensichtlich viel zu wenig über die Möglichkeit ihr Einkommen auf diese Weise zu optimieren. Inzwischen lässt sich allerdings eine positive Tendenz erkennen. Im Jahr 2011 wuchs die Zahl der Arbeitnehmer, die sich für eine betriebliche Altersvorsorge interessierten, gegenüber den Vorjahren deutlich an.

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