Wer in diesen Wochen der Finanzmarktkrise an seiner ursprünglich einmal ausgeklügelten Anlagestrategie, beispielsweise für Aktien, festhält, erlebt böse Überraschungen.

Die Kurse werden derart nach unten geprügelt, dass die Gewinne des letzten Jahres dahin sind und rote Zahlen auf dem Bildschirm auftauchen, egal wohin das Auge schaut. Der “Buy-and-Hold-Ansatz” macht in diesen Zeiten viele Anleger mehr als nervös, denn wer beispielsweise mit Aktien seine private Altersvorsorge aufbessern möchte, erlebt die Negativseite des Aktienmarktes: extrem fallende Kurse. Dass diese Phase auch wieder Chancen beinhaltet, habe ich gestern bereits in einem anderen Artikel Aufmunterung während der Finanzmarktkrise dargestellt. Dazu aber noch einmal ausführlich an anderer Stelle mehr.

Der Wunsch jedes einzelnen Anlegers, mit seiner ursprüngliche getroffenen Entscheidung, welche Aktienwerte gekauft werden sollen, richtig zu liegen, um dann mit dem Beginn der Rente seine private Altersversorgung aufbessern zu können, ist absolut verständlich. Leider kommen Ereignisse wie die aktuelle Finanzmarktkrise dazwischen und machen dieses Vorhaben teilweise zunichte.

Und hier kommt die Psychologie ins Spiel, mit der viele Anleger zu kämpfen haben werden: verkaufe ich jetzt oder sitze ich die Verluste aus? Das ist die Frage aller Fragen.

Interpretieren kann man diese Frage auch anders: bin ich stur, und beharre auf meine einmal getroffene Meinung (Ego), sprich Anlageentscheidung, oder bin ich flexibel genug, Änderungen herbeizuführen, wenn sich die Umstände geändert haben?

Die Börse ist nun mal keine Einbahnstraße, es geht eben nicht nur nach oben, und vor allem geht es nicht so schnell nach oben wie es nach unten geht, soll heißen: Kurse fallen anders als sie steigen, ein solider Kursanstieg braucht in der Regel immer länger, als es ein bei einem Kursrückgang der Fall ist.

Traditionelle Indikatoren, egal ob fundamental oder technisch, in welche die Börse sich bewegen könnte, versagen in dieser aktuellen Phase, weil diese Situation nahezu einmalig ist und man sich leider nicht auf vergleichbare Situationen berufen kann. Deshalb ist die aktuelle Konstellation auch so undurchsichtig.

Bei diesen massiven Bewegungen nach oben und unten gibt es meiner Meinung nach (was allerdings nicht als Anlageempfehlung zu verstehen ist, sondern zum Nachdenken anregen soll) nur eine einzige Position: CASH.

Und zwar solange, bis sich die Marktlage beruhigt hat und es Anzeichen eines Richtungswechsels gibt.

Denn: Traditionell erlernte Verhaltensmuster unserer Gesellschaft, dass man zu einer einmal getroffenen Entscheidung stehen sollte, führen hier eventuell sogar zum Totalverlust seines Geldes.

Sprüche wie: “Der Boden ist bald erreicht, die Wende ist in Sicht” sollten an einem abprallen, dazu sage ich nur überspitzt: “It can go down to Zero.”

Erweist sich jetzt diese ursprünglich getroffene Anlageentscheidung als nicht mehr vorteilhaft, sollte man sich selbst einen Gefallen tun und diese Situation überdenken und entsprechend handeln.

Share this Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Google Bookmarks
  • YahooMyWeb
  • Tausendreporter
  • Technorati
  • Bloglines
  • Facebook
  • Hype
  • SEOigg
  • LinkedIn
  • TwitThis
  • MySpace
5 Antworten zu “Altersvorsorge / Anpassung der Anlagestrategie an die Finanzmarktkrise”
  1. Stephan sagt:

    Kann ich so nicht unterschreiben. Man muss kaufen, wenn Aktien billig sind, und verkaufen, wenn sie teuer sind.

  2. Hallo Stephan,

    es weiß aber niemand ob aktuell die Aktien billig sind. An vielen anderen Beispielen hat man gesehen, dass es immer noch “billiger” geht. Oder wer hätte im Vorfeld ernsthaft daran gedacht, dass namhafte Unternehmen nur noch ein paar Dollar wert sind…

  3. Stephan sagt:

    Hallo,

    ob eine Aktie billig ist, kann man schon mit etwas Erfahrung ausrechnen. Zum Beispiel habe ich am Mittwoch einige Aktien gekauft mit den groben Kennzahlen:
    Marktwert: $US 541 Millionen
    Schulden und Pensionsverbindlichkeiten: $US 50 Millionen
    Geld und kurzfristige Wertpapiere in der Bilanz: $US 479 Millionen
    Anteile an einer Beteiligung: $US 89 Millionen
    Der reine Betrieb (also Marktswert plus Schulden und Verbindlichkeiten minus Geld, Wertpapiere und Beteiligungen) wird also mit $US 23 Millionen bewertet.
    Es bringt aber jedes Jahr ca. $US 60 Millionen freien Cash-Flow ein.
    Offensichtlich billig, oder?

  4. Hein sagt:

    Hallo Stephan,

    “theoretisch” gebe ich Dir recht. Das Problem in Zeiten wie diesen ist, dass “theoretische” Werte keine Rolle mehr spielen. Deshalb kann man nicht von “billig” oder “teuer” reden. Deine Berechnung basiert auf einem mathematischen Modell, das in Krisenzeiten offenbar keinen Bestand hat.
    Beispiel: Dein Haus ist theoretisch nach Berehnungsmodellen 500.000 Euro wert. Wenn Dir der “Markt” das aber nicht gibt, dann ist es das auch nicht “wert”. Und so ist es mit berechneten Cash-Flows relativ zu einem Kurs-Gewinnn-Verhältnis oder was auch immer. Auf den Punkt gebracht: Es spielt in einer Situation wie jetzt einfach keine Rolle.

    Grüsse
    Thomas

  5. [...] “Prognose” für alle diejenigen, die in diesen Zeiten immer noch an der Anlagestrategie “buy-and-hold” festhalten… Dear subscribers, I have provided you with as close to the Holy Grail of trading [...]

  6.