Die Finanzmarktkrise erlebt dieser Tage mal wieder einen Höhepunkt und so mancher Anleger fragt sich, was das für Auswirkungen auf seine Altersvorsorge hat. Nun zunächst einmal sinken bekanntermaßen die Aktienkurse und die Anleihen verteuern sich. Aber was hat das letztlich mit der Rente oder Altersvorsorge zu tun?

Unmittelbare Auswirkungen auf die staatliche Rente sind nicht zu erwarten, denn durch das Umlageverfahren wurde kein Kapitalstock aufgebaut, der an Wert verlieren könnte. Einzig durch sinkende Löhne könnte das Rentenniveau sinken, aber auch das ist nicht abzusehen, ganz im Gegenteil.

Wenden wir uns den privaten Rentenversicherungen zu. In Deutschland sind diese meistens mit so niedrigen Aktienquoten unterlegt, dass auch hier die Negativ-Ausschläge begrenzt sein dürften. Die Hauptrendite wird über Anleihen erzielt und die steigen ja derzeit im Wert, wodurch zwar beim Neueinstieg niedrigere Renditen entstehen, für Altbestände aber deutliche Kursgewinne auflaufen. I.Ü. gibt es ja eine garantierten Mindestverzinsungen, auf die man sich verlassen kann.

Selbst bei der Insolvenz eines Versicherers sind diese Mindestverzinsungen gesichert. Das haben wir beim Untergang der Mannheimer Versicherung gesehen, wo durch die anderen Versicherungen die Rettungsgesellschaft Protektor ins Leben gerufen wurde. Noch ein Wort zu noch jungen Rentenversicherungen – egal ob Riester oder Rürüp oder sonst was – durch die lange Laufzeit werden die negativen Ausschläge an den Aktienmärkten keine nennenswerten negativen Auswirkungen auf die Rendite haben.

Kommen wir nun zu den Anlegern, die ihre Altersvorsorge selber managen. Diese haben entweder vor Beginn der Krise, also idealerweise vor rund 12-18 Monaten ihre Depots dahingehend umgeschichtet, dass nur noch krisenresistente Werte bzw. Fonds enthalten sind, oder sie sind gleich ganz in Festgeld o.ä. geflüchtet. Für langfristige Anleger sind solche Horrortage dann immer ganz gut auszuhalten. Bei den kurzfristigen Anlegern kommt es auf das Glück und den Riecher an. Was mir derzeit auffällt, ist die Schwäche des Trennbankensystems.

Alle Banken, die bisher Pleite gegangen sind bzw. notverkauft wurden, waren auf Immobilienfinanzierungen spezialisiert oder als Investmentbank tätig. So genannte Vollbanken, wie in den USA etwa Citigroup oder JP Morgan, hat es nicht oder nur sehr leicht getroffen. Ähnliches gilt für Europa. Das ist letztlich aber auch nur die Fortsetzung der bekannten Portfoliotheorie…stell dich auf mehrere Beine, dann ist es egal, wenn eines wegbricht.

Diesen Ratschlag kann man auch allen Lesern für die eigene Altersvorsorge geben. Man sollte nicht alles auf eine Karte setzen. Angefangen von der Bargeldversorgung im Alter durch Rente (staatlich oder privat), über Wohnraumversorgung (Eigentumswohnung, Eigenheim), die Lebensmittelversorgung (eigener Garten) bis zur Hilfe im Alltag (Kinder, Enkel, weitere Familie und Freunde). Wichtig sind auch Güter, die sich jederzeit wieder zu Geld machen lassen, um so auch bei einer starken Inflation die geringere Kaufkraft von Rentenleistungen zu kompensieren. Dabei denke ich jetzt an Gold oder Diamanten, edles Geschirr oder hochwertige Alkoholika.

Share this Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Google Bookmarks
  • YahooMyWeb
  • Tausendreporter
  • Technorati
  • Bloglines
  • Facebook
  • Hype
  • SEOigg
  • LinkedIn
  • TwitThis
  • MySpace
4 Antworten zu “Die Finanzmarktkrise und die Folgen für die Altervorsorge”
  1. [...] welche Auswirkungen die Schwankungen bzw. die Verluste auf die Altersvorsorge haben. Dazu habe ich hier gerade einen Artikel gelesen, der durchaus [...]

  2. [...] sich aus der Krise für die langfristige Altersvorsorge ableiten lässt habe ich in unserem Nachbarblog geschrieben. Share this Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte [...]

  3. Bernd sagt:

    Danke für diesen spannenden Artikel! Die Vorstellung, meine private Altersvorsorge mit edlen Weinen im Keller zu sichern, ist zwar im Moment etwas befremdlich, aber wer weiß…
    Und generell ist der Hinweis, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sicher richtig! Ich fühl mich von meiner Bank ziemlich gut beraten, was das angeht – informiere mich aber immer auch noch gerne zusätzlich!

  4. [...] vorenthalten. Sie sind so geschrieben, dass man eine komplett andere Sichtweise auf sein Tun an den Märkten bekommt. Sie dienen außerdem vorwiegend dazu, sich selbst eine (gedankliche) Struktur in Bezug auf [...]

  5.  
Hinterlasse einen Kommentar

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>