GKV/ Ärzte erstreiten mehr Honorar – was kostet das den Versicherten?
Geschrieben von Marc Schmidt in Gesetzliche Krankenversicherung, tags: Arztkosten, Gesetzliche Krankenkasse, GKV, Honorar, KassenarztGestern wurde nun also der Honorarstreit bei den Kassenärzten beigelegt. Das stand in vielen Medien. Aber worum ging es überhaupt und was hat es für Auswirkungen für die Versicherten und potentiellen Patienten?
Dazu aus der Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV:
Das erzielte Verhandlungsergebnis sieht vor, dass die Krankenkassen für die ambulante Versorgung bundesweit zusätzlich mindestens 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als zehn Prozent.
Neben dem Mehr an Geld, wird auch die Art der Vergütung hin zu einem leistungsgerechten System eingeführt. Die neue morbiditätsbedingte – also am tatsächlichen Krankheitszustand der Versicherten orientierte – Gesamtvergütung wird dabei als gerechter und transparenter angesehen.
Wird dadurch jetzt alles besser? Nein nicht unbedingt, aber zumindest teurer… SPON schreibt, dass man mit einem Anstieg der Krankenkassenbeiträge um 0,25 Prozentpunkte zu rechnen habe. Dass uns die Gesundheit immer teurer kommt, habe ich ja in schöner Regelmäßigkeit geschrieben. Etwa hier oder hier oder hier. Die 0,25 Prozentpunkte kommen übrigens noch zu den höheren Beiträgen durch den Gesundheitsfonds dazu.
KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Köhler feierte die Einigung übrigens mit den Worten: “Das ist die höchste Steigerung der Gesamtvergütung seit Bestehen der ärztlichen Selbstverwaltung.” Dabei war Köhler wohl besonders über das Übernehmen der Kernforderungen zufrieden: „Die Trennung der Honoraranteile für Haus- und Fachärzte kann beibehalten werden. Zugleich werden die Ärzte und Psychotherapeuten in den alten Bundesländern keine Honorarverluste erleiden. Für die neuen Bundesländer ergibt sich eine Angleichung der gezahlten Vergütung je Versicherten auf durchschnittlich 94 Prozent des Westniveaus. Dies ist ein erster richtiger Schritt, kann aber nicht der letzte sein.“
Interessant ist übrigens die Tatsache, dass die Krankenkassen gegen die Honorarerhöhung gestimmt haben. So schreibt zumindest der GKV-Spitzenverband auf seiner Website. “Weil in dem entscheidenden Beschlussgremium mit einfacher Mehrheit entschieden werden kann, konnten die Kassen diese neuen Belastungen der Beitragszahler nicht verhindern”, so Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes und Verhandlungsführer der Krankenkassen.
Wie teuer es die Versicherten am Ende kommen wird, wissen wir in wenigen Monaten, dann nämlich startet der Gesundsfonds. Wenn er nicht doch noch gestoppt wird.


















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