Altersvorsorge/ Deutsche Rentenversicherung erwartet weiterhin positive Renditen
Geschrieben von Marc Schmidt in Altersvorsorge, Gesetzliche Rente, Studenten, tags: Gesetzliche Rente, GRV, RenditeIn der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es mal wieder gute Nachrichten, zumindest wenn man der Deutschen Rentenversicherung glaubt.
In einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung geht die Deutsche Rentenversicherung auch für die jüngeren Jahrgänge von weiterhin positiven Renditen in der gesetzlichen Rente aus. So heißt es in er Mitteilung:
Für die untersuchten Rentenzugänge der Jahre 2008, 2010, 2020, 2030 und 2040 bleiben die internen Renditen der gesetzlichen Rentenversicherung deutlich positiv. Die Rendite für die Rentenzugänge des Jahres 2008 für ledige Männer liegt bei rund 3,5 Prozent und für Frauen und verheiratete Männer bei rund 4,1 Prozent. Für die Rentenzugänge der Jahre 2020, 2030 und 2040 ergeben sich jeweils fast identische Renditen von rund 2,8 Prozent für ledige Männer und 3,3 Prozent für Frauen und verheiratete Männer. Unter dem Gesichtspunkt der Rendite zeigt sich damit eine weitgehende Gleichbehandlung der heute 30- bis 50-jährigen Versicherten.
In einer ebenfalls am Montag bekannt gegebenen Pressemitteilung erklären der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Bert Rürup, und der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert Rische, dass die Renditen in der gesetzlichen Rentenversicherung auch langfristig positiv bleiben werden. So heißt es in der Mitteilung:
„Nach den jüngsten Rentenreformen werden sich die Beitragsrenditen in der Rentenversicherung zwar verringern, bleiben aber auch künftig positiv“, sagte Bert Rürup. Diese Aussage treffe auch für ledige männliche Versicherte zu, die keine Witwen, Witwer oder Waisen mit Ansprüchen auf Hinterbliebenenrenten hinterlassen. Besonders Frauen und Ehepaare könnten im Vergleich zu männlichen Alleinstehenden mit vergleichsweise höheren Renditen rechnen. [...]
„Die Renditeentwicklung sei daher definitiv kein Anlass, das System der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich in Frage zu stellen, zumal mit den aktuellen Reformen faktisch alle wichtigen Maßnahmen umgesetzt wurden, um die Rentenversicherung dauerhaft gegen die in der Bevölkerungsalterung angelegten Probleme abzusichern“, sagte Rische.
Interessant finde ich vor allem den Hinweis auf die jüngsten Renditeberechnungen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Diese weisen der Pressemitteilung zufolge methodische Schwächen auf.
Insbesondere bringt das DIA bei ihren Renditeberechnungen auch eine zukünftige Geldentwertung in Ansatz, was notwendigerweise zu niedrigeren, realen Renditen führt. Bei Altersvorsorgeprodukten der Finanz- und Versicherungswirtschaft lassen die Anbieter bei ihren Renditeberechnungen die Inflation jedoch regelmäßig unberücksichtigt. So gibt es nach Informationen der Zeitschrift „Finanztest“ keinen Lebensversicherer, der in seiner jährlichen Versicherungsstandsmitteilung eine inflationsbereinigte voraussichtliche private Rente ausweist.
Es stimmt, dass die Versicherer in ihren Berechnungen keine Inflationserwartungen berücksichtigen. Aber das sollte dafür ein guter Versicherungsberater, -makler o.ä. für seine Kunden tun.
Wer sich darüber noch nie Gedanken gemacht hat, sollte sich folgendes vor Augen halten:
Bei einer Inflationsrate von 2 % p.a. (Im Juli hatten wir 3,3%) ergibt sich auf Sicht von 30 Jahren eine knappe Werthalbierung. D.h. eine Rentenversicherung, die in 30 Jahren eine monatliche Rente von 1.000€ verspricht ist in Wahrheit dann nur 500€ (nach heutigen Maßstäben) Wert. Das ist an sich nicht tragisch, denn man muss es einfach von Anfang mit einkalkulieren.
Was mich an der Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung etwas stört, ist die pauschale Verurteilung: das DIA rechnet mit Inflation, die Versicherer aber nicht, also machen wir es auch nicht. Interessant ist, dass die Zahlen an sich nicht geleugnet werden, d.h. real, also inflationsbereinigt, ergeben sich für einige Versicherte Renditen in der gesetzlichen Rente von etwa 0%. Das ist schon heftig! So gesehen könnten viele gesetzlich Versicherte ihre Rentenbeiträge auf das Sparbuch legen und hätten dann dank Inflation und Steuer genau das gleiche Ergebnis. Das ist für ein System, was grundsätzlich nicht in Frage gestellt werden soll, doch ein starkes Stück.
Damit mich jetzt niemand falsch versteht, die gesetzliche Rente bietet vor allem für niedrige Einkommen eine gute Möglichkeit fürs Alter vorzusorgen. Auch die Berücksichtigung von Krankheiten, Tod usw. sind schöne Elemente. Aber ich habe den Eindruck, dass es mit einer grundlegenden Systemveränderung doch allen besser ginge.
Die eingeführten Ergänzungen, wie wir sie hier beschrieben haben, sind daher notwendig. Ich halte den Staat leider in vielen finanziellen Dingen für wenig kompetent, oder hätte der sonst eine Staatsverschuldung, die bei jedem Privatunternehmen schon längst in die Insolvenz geführt hätte?
Um nochmal auf die Rendite der gesetzlichen Rente zurück zu kommen: Im Gegensatz zu einer kapitalgedeckten Rentenversicherung (in privater Hand) bietet die gesetzliche Rente nur ein Versprechen und die Hoffnung auf die Prosperität und Leistungsfähigkeit unserer Kinder, Enkel und Urenkel. Das sollte man sich bei Diskussionen um die Rente auch immer vor Augen halten.


















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Die Zahlen machen einem ja nicht wirklich Mut. Gibt es denn neben der gesetzlichen Rente und privaten Rentenversicherungen noch andere Dinge, die man tun kann? Ich will ja im Alter nicht unbedingt Zeitungen austragen müssen.