EU will Finanzkonglomerate besser überwachen
Geschrieben von Marc Schmidt in Altersvorsorge, Geld, tags: Bank, EU, EU-Kommission, Finanzkonglomerat, Finanzkrise, VersicherungsgesellschaftDie EU-Kommission hat dieser Tage mal wieder mit einem neuen Verbraucherfreundlichen Vorstoß von sich Reden gemacht. So man die Regeln zur Aufsicht von Finanzkonglomeraten überarbeiten. Die EU versteht darunter Unternehmensgruppen, die üblicherweise in mehreren Ländern aktiv sind und sowohl im Versicherungs- als auch im Bankensektor arbeiten. Man könnte auch einfach Allfinanzkonzern sagen, aber Finanzkonglomerate klingt bedrohlicher.
Nun ja, die Kommission schlägt jedenfalls vor, die nationalen Finanzaufsichtsbehörden (hierzulande die BaFin) dahingehend zu stärken, dass sie die Mutterkonzerne der Konglomerate – etwa Holdingfirmen – besser überwachen können. Ziel soll eine gleichzeitige Wahrnehmung der Banken- und die Versicherungsaufsicht sowie zusätzlicher Aufsichtsaktivitäten. Man will damit Schlupflöcher versperren, die man glaubt vor dem Hintergrund der Finanzkrise gesehen zu haben. Schließlich könnten die Aufsichtsbehörden zu einem früheren Zeitpunkt bessere Informationen sammeln, sollte ein Konglomerat in Schwierigkeiten geraten, und wären besser in der Lage zu intervenieren, so jedenfalls die Idee aus Brüssel. Von höheren Eigenkapitalanforderungen, mehr Risikovorsorge etc. steht allerdings nichts in den Ideen der EU-Kommission. Alles in allem dürfte das reine Placebo-Politik sein. Mal wieder.
Wer Lust hat, sich die ganze, sehr bürokratische Pressemitteilung in Englisch anzutun, kann dies hier tun…
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Bin mal gespannt, ob da wirklich etwas zählbares bei herauskommt. Viele Eu-Gesetze hören sich in der Theorie gut an, sind aber auf den zweiten Blick nur Luftblasen. Wenn ich dazu lese, dass es keine höheren Eigenkapitalforderungen und keine höhere Risikovorsorge geben soll, frage ich mich, mit welchen Mitteln man hier “intervenieren” möchte.