Allianz schockiert: Finanzkrise halbiert Reserven
Geschrieben von Marc Schmidt in Altersvorsorge, Betriebliche Rente, Private Rente, tags: Allianz, Finanzmarktkrise, Reserven, VersicherungDass die Finanzkrise sicherlich nicht spurlos an den Versicherungen vorbeigeht, war eigentlich abzusehen. Dass es bei der Allianz aber soweit geht, dass sich die stillen Reserven halbiert haben, ist schon schockierend.
Wie die ZEIT vorab unter Berufung auf Allianz-Anlagechef Andreas Gruber berichtet, sei die Finanzkrise deutlich zu spüren gewesen: “Bezogen auf das Anlagevermögen, hatten wir zu Beginn des Jahres Reserven von 8,5 Prozent – diese haben sich durch die Entwicklung bei den Aktien im Jahr 2008 in etwa halbiert.” Dennoch bezeichnete Gruber dies als “nennenswertes Polster”. Wie Gruber weiter erklärt, habe die Allianz Leben weiter “positive, durchaus noch spürbare Reserven auf alle unsere Anlagen, auf festverzinsliche Anlagen, auf Immobilien, auch auf Aktien”.
Ein positives Zeichen gab Gruber trotz der schockierenden Meldung dennoch. Denn seine Versicherten können weiter auf eine laufende Verzinsung von 4,5 Prozent zählen, hofft Gruber laut der ZEIT: “Wir gehen fest davon aus, dass wir diese Gewinnbeteiligung halten können. Zum einen legen wir sie immer eher konservativ fest, zum anderen wollen wir unseren Kunden ja eine stabile Altersversorgung bieten.”
Das Interview birgt auch einen Anlagetip: So habe die Allianz ihren Aktienanteil von noch 23 Prozent Mitte 2007 auf derzeit “knapp zehn Prozent” gesenkt. Dagegen haben man den Anteil von Unternehmensanleihen von etwa 6 Prozent auf derzeit 15 Prozent gesteigert. Für die Zukunft kündigte er weitere Investments an – “und wir planen, vorsichtig weiter aufzustocken, auf vielleicht 20 Prozent”. Als Grund für den Schwenk in Unternehmensanleihen nannte Gruber die spürbar gestiegenen Zinsen. Und auch bei Immobilien lassen sich derzeit Schnäppchen machen.
Auch wenn man die ganze Situation derzeit mit Vorsicht genießen sollte. Das Thema Wiederanlage wird bald auf uns zukommen. Die Frage: Welches ist die optimale Anlagestrategie? haben wir uns auch schon gestellt. Dabei hat man natürlich immer viele Möglichkeiten wie bspw. sich selbst komplett um die Altersvorsorge zu kümmern. Aber auch da muss man sich immer genau ansehen, was infrage kommt und was nicht!
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Das ist wirklich schockierend. Wie kann es sein, dass so eine Versicherung gleich so viel bei der Finanzkrise verliert? Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Sind die Zahlen wirklich echt oder wurden sie nur so grob geschätzt? Also ich meine die Hälfte ist schon verdammt viel.
“Wir gehen fest davon aus, dass wir diese Gewinnbeteiligung halten können. Zum einen legen wir sie immer eher konservativ fest, zum anderen wollen wir unseren Kunden ja eine stabile Altersversorgung bieten.” Den Satz finde ich absolut klasse.
Ich bin gespannt, ob das auch wirklich so bleibt oder ob sie doch runter gehen.
[...] auch für die Sparkassen nicht unbedingt mit einem Imagegewinn zu rechnen, denn trotz Banken- und Finanzkrise können sich die öffentlich-rechtlichen Institute nur bedingt von ihren privaten Wettbewerbern [...]
Gut formuliert und ganz treffend geschrieben.