Der Jahreswechsel bringt nun also auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung drastische Veränderungen: Der Gesundheitsfonds naht! Dass es dadurch für viele gesetzlich Versicherte teurer wird, sollte mittlerweile schon überall angekommen sein. Was genau der Gesundheitsfonds aber für Auswirkungen haben wird, ist nach wie vor offen.

Sicher ist, dass die Zahl der Krankenkassen drastisch sinken wird. Nach Aussagen von Marion Caspers-Merk, Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, werden die derzeit rund 200 Kassen den Gesundheitsfonds nicht überleben. In der Berliner Zeitung wird sie mit den Worten zitiert:

Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Krankenkassen durch den Gesundheitsfonds sinken wird. Wir wollen sicher keine Einheitskasse. Aber wir wollen Strukturen, bei denen es ein vernünftiges Verhältnis zwischen Verwaltungsaufwand und Leistungen für die Versicherten gibt. Auf lange Sicht wären auch 50 bis 80 Kassen in Ordnung.

Bei der Beitragsfrage herrscht derzeit Zurückhaltung vor. Die Berliner Zeitung zitiert hier Caspers-Merk mit den Worten:

Aus Sicht der Kassen kann ich verstehen, dass sie eher höhere als niedrigere Ausgaben angesetzt haben. Die Zuweisungen aus dem Fonds sind aber so kalkuliert, dass die voraussichtlichen Ausgaben zu 100 Prozent gedeckt sind.

Dem kann auch ihre Chefin, Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, nur zustimmen:

Das ist genügend Geld, um im nächsten Jahr eine gute Versorgung der Versicherten zu organisieren.

Auch die Frage nach den Zusatzbeiträgen wird derzeit durch Caspers-Merk eher zurückhaltend beantwortet:

Bisher hat noch keine Kasse angekündigt, dass sie Zusatzbeiträge erhebt. Einige Kassen haben aber die Auszahlung von Prämien angekündigt. Die großen Versorgerkassen werden durch den Gesundheitsfonds besser ausgestattet. Sicherlich werden kleinere Kassen, etwa die, die bisher Rosinenpickerei unter den Versicherten betrieben haben, stärker über Fusionen nachdenken. Das ist auch so gewollt.

Es bleibt auf jeden Fall spannend. Wie wir schon geschrieben haben, gilt es vor einem Wechsel erst einmal die ersten Startschwierigkeiten des Fonds abzuwarten und dann zu Krankenkassen, die auf Beitragserhöhung verzichten bzw. sogar Beiträge erstatten zu wechseln. Allerdings ist dabei fraglich ob es die günstigen Krankenkassen wirklich noch so lange geben wird. Denn wie oben geschrieben, wird sich die Zahl der Krankenkassen drastisch verringern. Damit werden mehr und mehr Großkassen entstehen und kleinere, schlagkräftigere Einheiten werden gefressen werden. Allerdings muss man bei der jetztigen Gesundheitsreform auch sehen, dass abhängig vom Ausgang der Bundestagswahl im September schon 2010 die nächste drastische Veränderung drohen könnte. Sei es das von der Union favorisierte Kopfpauschalenmodell (jeder Versicherte zahlt den gleichen Beitrag) oder das von der SPD angestrebte Bürgerversicherungsmodell. Daneben steht auch die Frage nach der Kostenfreien Mitversicherungen von Ehepartnern und Kindern vor der Entscheidung! Auch hier steht uns ein spannendes Jahr bevor.

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Eine Antwort zu “Der Gesundheitsfonds steht vor der Tür – teurer wirds und die Zahl der Kassen sinkt”
  1. Marianne sagt:

    Ich habe jetzt schon so viel über diesen Fond gelesen und auch gehört aber ich kann damit immer noch nicht recht viel anfangen. Ich weiß nicht einmal, ob er mich denn überhaupt betrifft. Denn da blickt doch keiner mehr richtig durch oder?

    Ich bin seit einiger Zeit selbstständig und ich habe mich vor Kurzem auch von meiner gesetzlichen Krankenversicherung verabschiedet. Ich bin jetzt privat versichert. Trifft da der Fonds auch auf mich zu? Oder kann ich das getrost an mir vorüber gehen lassen?

  2.