Nein, es ist nicht die Wahl des richtigen Anbieters, also Versicherungs- oder Kapitalanlagegesellschaft. Es ist auch nicht die Wahl des Produktes, denn es gibt durchaus ordentliche Altersvorsorgeprodukte, die zur richtigen Zeit eingesetzt die entsprechende spätere Wirkung erzielen (nämlich im Alter eine Vorsorge zu haben), sei es direkt über angespartes Vermögen oder indirekt über entsprechende Steuervorteile. (Stichworte hierzu z.B. Riester- und Rürup-Rente, dazu an anderer Stelle mehr)

Die Antwort wird Euch jedoch möglicherweise überraschen: Das größte Problem der privaten Altersvorsorge ist, dass es keine zeitliche Frist dafür gibt, bis wann man (vor dem Bezug der Altersrente) vorgesorgt haben muss.

Für alles gibt es Fristen, vom Finanzamt für die abzugebende Steuererklärung, für den Wechsel der KFZ-Versicherung, für die Kündigungsfrist der Haftpflichtversicherung, für politische Wahlen, für die Abholung des Mülls und für sämtliche Verpflichtungen jedes einzelnen Bürgers gegenüber des Staates.
In allen Belangen sorgt sich der Staat über Vorschriften um das „Wohl“ des Bürgers, versäumt es aber unserer Meinung nach in einer wichtigen Sache eine ebensolche Verpflichtung einzuführen: der privaten Altersvorsorge.

Die Probleme mit der gesetzlichen Rente sind hinlänglich bekannt. Und jeder sollte – diesmal tatsächlich zu seinem Wohle – eine Verpflichtung auferlegt bekommen, relativ zu seinen finanziellen Möglichkeiten eine private Vorsorge für später zu treffen.

Viele verstehen die private Altersvorsorge falsch. Sie stellt keinen Ersatz für die gesetzliche Rente dar, sondern dient lediglich als Ergänzung dieser. Gerne auch in Verbindung mit der betrieblichen Altersvorsorge (dazu an anderer Stelle mehr), so dass die möglichst optimale Altersvorsorge in späteren Jahren aus den 3 Säulen gesetzliche Rente, betriebliche und private Altersvorsorge bestehen sollte.

Klar könnte man den jeweiligen Monatsbeitrag für sein späteres besseres Wohlergehen vor dem Bezug der Altersrente, erst recht in jüngeren Jahren, für den Konsum „spenden“, „weil man ja nur einmal lebt und später ja noch so weit weg ist und ich mir das außerdem nicht leisten kann“. Der Begriff spenden ist hierbei keine falsche Übersetzung aus dem englischen, sondern die Ausgaben stehen ja meist wirklich in keinem Verhältnis zum Nutzen und entsprechen daher in Teilen einer Spende.

Keine Frage gibt es Menschen, für die das finanziell schwieriger ist, aber wenn ich mir das Konsumverhalten der allermeisten im alltäglichen Leben anschaue, lehne ich mich mit meiner folgenden Aussage einmal weit aus dem Fenster: Ich wette, dass die meisten von Euch nicht mal wissen, wofür sie die letzten 25 Euro überhaupt ausgegeben haben. Und schon mit diesem Beitrag im Monat kann man über die Jahre seine spätere Altersrente ergänzen.

Sobald jemand zum “arbeitenden Volk” gehört, sollte er, egal was er verdient, einen prozentualen Anteil davon in seine persönliche, ergänzende private Altersvorsorge investieren müssen, um später mit einer höheren Wahrscheinlichkeit der drohenden Altersarmut zu entgehen.

Wie seht Ihr das? Was haltet Ihr davon, eine gesetzliche “Verpflichtung” für die eigene private Altersvorsorge einzuführen? Sinnvoll oder Unnötig? Nutzt doch einfach unseren Kommentarbereich für Eure Meinungen!

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